Carolus Horn - Wie aus Wolken Spiegeleier werden. Ausstellung und Buch bieten die Darstellung eines Grafikers und Künstlers, der an Alzheimer erkrankte und dessen Werk alle Stadien dieses Leidens widerspiegelt. Caroulus Horn, der die Werbung der Nachkriegszeit entscheidend mitprägte, erkrankte im Alter von 60 Jahren. Er setzte seine künstlerische Produktion fort. Ausstellungsbetrachter und Leser des von Konrad und Ulrike Maurer herausgegebenen Buches erhalten wichtige Einblicke in den Verlauf der Erkrankung - vermittelt über die Auswirkungen auf einen künstlerischen Schaffensprozess.
Frau Thilde Horn stellte nach dem Tod ihres Ehemannes Carolus viele Bilder für eine Ausstellung über Alzheimer und Kunst zusammen und trug mit vielfältigen biographischen und inhaltlichen Erläuterungen wesentlich zum Gelingen des Projektes bei. Sie gestattete es, das Krankheitsbild ihres Mannes beim Namen zu nennen. Dank ihrer Haltung gewähren die in Ausstellung und Buch gezeigten Bilder von Carolus Horn einen einzigartigen – und tröstenden – Zugang zur Alzheimer Erkrankung.
Die Firma Novartis Pharma GmbH Nürnberg erwarb zahlreiche von Carolus Horn angefertigte Bilder und stellte diese über einen Zeitraum von 10 Jahren interessierten Institutionen als Ausstellung zur Verfügung. An Universitäten, in Psychiatrischen Kliniken, in Senioren- und Pflegeheimen, aber auch in Galerien konnten Ausstellungen stattfinden und schließlich im Frankfurter Amt für Gesundheit eine Dauerausstellung der Bilder installiert werden.
Im Mai 1999 wurde in der Psychiatrischen Universitätsklinik Frankfurt am Main erstmals das Projekt „Alzheimer und Kunst / Carolus Horn: Wie aus Wolken Spiegeleier werden“ vorgestellt. Ulrike Maurer, Walter Fellhauer und Brigitte Lapke organisierten die Vernissage. Das Interesse war unerwartet hoch; Ausstellungsbesucher bestätigten immer wieder, dass ihnen das Krankheitsbild der Alzheimerschen Demenz durch die Werke von Carolus Horn auf einer völlig anderen Ebene nähergebracht würde.
Das Amt für Gesundheit der Stadt Frankfurt am Main (Breite Gasse 28 in Frankfurt/M.)beherbergt heute einen wesentlichen Teil von Carolus Horns Arbeiten. In einer großzügig gehängten Dauerausstellung sind die Bilder dem Publikum zugänglich und dürften weitere Aufklärung leisten über die Alzheimer-Krankheit, ihre Ausprägung und Folgen.
Die Alzheimer Gesellschaft Frankfurt e.V. verfolgte das Anliegen, das Projekt „Alzheimer und Kunst“ einer breiten Öffentlichkeit zuzuführen, begleitete bereits die erste Ausstellung von Horns Bildern und ermöglichte als Hauptsponsor die Neuauflage des Buches 'Alzheimer und Kunst' im Frankfurt University Press-Verlag.
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